Einkauf 2026: Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit prägen Beschaffung

Der Einkauf 2026 ist datenbasiert und KI-getrieben. Gleichzeitig steht er unter dem Druck, Resilienz, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit zu vereinen. Hier ein Überblick zu den wichtigsten Trends des Jahres 2026:

Diese Trends prägen den Einkauf 2026

Auch wenn Digitalisierung und Datenanalyse schon seit einigen Jahren auf der Agenda stehen, spielen sie in diesem Jahr erneut eine große Rolle. Daneben rückt Künstliche Intelligenz (KI) 2026 endgültig in den Mittelpunkt der Einkaufsstrategie. Berichte, wie von Beschaffung aktuell oder IBM zeigen, dass KI von Pilotprojekten in den Unternehmensalltag übergeht und so langsam Prozesse, Rollen und Entscheidungswege im Einkauf verändern.

Digitalisierung: vom Tool zur Plattform

Dauerbrenner bleiben in diesem Jahr Beschaffungssysteme, die den kompletten Source-to-Pay-Prozess abdecken (Marktwirtschaft.at). An Bedeutung gewinnen dabei vor allem Self-Service-Lösungen, was aus einem Bericht von Technik+Einkauf hervorgeht. Sie ermöglichen es Unternehmen, Informationen und Daten zentral zu pflegen und in Echtzeit zu nutzen. Standardbedarfe können eigenständig, aber kontrolliert gedeckt werden und manuelle Aufgaben durch digitale Workflows reduziert werden. Dies entlastet Mitarbeitende von manuellen Routineaufgaben und erhöht die Transparenz in Verträgen und Lieferketten.

Daten und Analytics als Teil der Beschaffungsstrategie

Um effizient und wettbewerbsfähig zu bleiben, setzt der Einkauf 2026 stärker auf datenbasierte Entscheidungsfindung, bei der ESG-, Ausgaben- und Risikodaten zusammengeführt werden.

Aktuell vor allem bei globalen Konzernen zu sehen, aber bis zur Mittelstandsebene relevant, werden Advanced Analytics (Line Up). Diese datengetriebenen Analyseverfahren gehen über klassische rückblickende Reports hinaus und ermöglichen Echtzeit-Einblicke in Lagerbestände, Preisentwicklungen und potenzielle Störungen. Sie unterstützen Nachfrageprognosen, Produktionsplanung und Lieferantenbewertung und helfen Einkäufern dabei, datenbasierte Entscheidungen vorausschauend zu treffen.

Künstliche Intelligenz (KI) im Einkauf

Das Jahr 2026 markiert den Übergang von KI-Pilotprojekten hin zu KI-zentrierten Einkaufsmodellen. Künstliche Intelligenz wird nicht mehr nur als Zusatz in Prozessen betrachtet, sondern als Grundlage für die Prozessgestaltung. Eine von Crowdfox durchgeführte Studie macht sichtbar, dass bereits heute knapp die Hälfte der Einkaufsverantwortlichen KI einsetzt (siehe Beschaffung aktuell). Zentrale Anwendungsfelder sind dabei vor allem die Datenanalyse, Produktsuche und ESG-Reporting, dicht gefolgt vom Lieferantenmanagement. Branchenberichte wie Technik+Einkauf schreiben außerdem von einem Paradigmenwechsel, bei dem KI nicht mehr nur als Werkzeug der Automatisierung, sondern auch zur vorausschauenden Entscheidungsfindung dient. Mithilfe von Predictive Analytics (siehe Beschaffung aktuell und Technik+Einkauf) können präzise Vorhersagen getroffen und der Bedarf dementsprechend geplant werden. Voraussetzung dafür ist eine integrierte KI-Nutzung, um Effizienz und Resilienz zu schaffen.

Nachhaltigkeit wird zum Must-Have

Eine Vielzahl von nationalen und internationalen Anforderungen, wie strengere ESG-Vorgaben und Lieferkettengesetze, machen Nachhaltigkeitsdaten zu einem festen Bestandteil von Beschaffungsentscheidungen. So verpflichtet das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LKSG) Unternehmen dazu, Verantwortung für die Einhaltung von Menschenrechten in globalen Lieferketten zu übernehmen. Auf EU-Ebene erweitert die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) die Pflicht zur standardisierten ESG-Berichterstattung deutlich. Außerdem wird die im Jahr 2025 in Kraft getretene Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) ab August 2026 in allen EU-Mitgliedstaaten verbindlich.

Da der Einkauf direkten Einfluss auf Lieferketten und Produktentscheidungen hat, nimmt er hierbei eine Schlüsselrolle ein. KI-gestützte Lösungen helfen dabei, CO2-Fußabdrücke, Sozialstandards und Risiken in Lieferketten zu bewerten und zu überwachen sowie Beschaffungsentscheidungen transparent zu dokumentieren.