EuroCat: Der neue Katalogstandard für die digitale Beschaffung in Europa

Interview mit Dr. Veit Jahns von der Universität Duisburg/Essen, Mitentwickler des Katalogstandards BMEcat und kürzlich des EuroCat.

Neue Standards stoßen oft auf Skepsis: Bestehende Systeme sind tief verankert, Strukturen gefestigt. Genau hier setzt der EuroCat als neuer Katalogstandard für die digitale Beschaffung in Europa an. Dr. Veit Jahns von der Universität Duisburg/Essen hat den EuroCat mitentwickelt und erklärt, warum der Katalogstandard bewusst nicht als Neuanfang, sondern als Weiterentwicklung vorhandener Lösungen wie BMEcat gedacht ist.

Integrativer Ansatz statt Neuanfang

Der neue Katalogstandard EuroCat soll dort ansetzen, wo sich Formate wie BMEcat bewährt haben. Im Zentrum steht dabei ein integrativer Ansatz, bei dem geprüft wurde, welche bestehenden Lösungen bereits funktionieren und wie sie sich in EuroCat integrieren lassen. Gleichzeitig war es wichtig, den Standard dort zu erweitern, wo neue Anforderungen bestehen. "Stichworte sind da Informationen bezogen auf Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, auch Informationen bezogen auf neue Technologien mit Produktdaten, Stichwort digitaler Produktpass", so Dr. Veit Jahns in Bezug auf inhaltliche Neuerungen.

Aus Sicht von Jahns ist die Verbindung aus Kontinuität und Weiterentwicklung entscheidend für die Praxistauglichkeit. Vor allem bei Unternehmen, die bereits mit dem BMEcat arbeiten, solle die Implementierung von EuroCat möglichst reibungslos verlaufen. "Die Softwaresysteme, in denen jetzt BMEcat implementiert ist, sollen auch weiterhin benutzt werden können", sagt Jahns und betont, dass diese sich mit überschaubarem Aufwand erweitern lassen sollen. Auch andere Katalogsysteme können beispielsweise über Mapping an den neuen Standard angebunden werden.

Potenziale in der digitalen Beschaffung

Mit Blick in die Zukunft sieht Dr. Veit Jahns vor allem in der stärkeren Automatisierung des operativen Einkaufs noch Potenzial für den EuroCat. Gerade eine strukturierte Beschreibung von Produkten und Produktmerkmalen ist aus seiner Sicht noch ausbaufähig, spielt sie doch eine wichtige Rolle für automatisierte Prozesse im operativen Einkauf. Denn je strukturierter Produkte und ihre Merkmale beschrieben werden, desto eher können Informationen automatisiert ausgewertet und weiterverarbeitet werden. Gerade mit Blick auf KI im Einkauf sei die Qualität der Daten und die Art ihrer Bereitstellung ein essenzieller Faktor. "Da sehe ich das Haupt-Feature von der unterschätzten Funktionalität in Produktkatalogen wie EuroCat oder eben auch dem BMEcat", so das Fazit von Jahns.

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