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    Schüller und Zühlke beim Mercateo Executive Summit

    Einkauf - eine aussterbende Arbeit?

    2016 erschien eine Einkaufsstudie, die einschlug, wie eine Bombe: In „Future-Proof Procurement“ zeichnen die Verfasser vier mögliche Szenarien für den Einkauf im Jahr 2035. Die Prognosen reichten von einer kreativen Neuerfindung bis hin zur Tilgung des gesamten Berufsstandes. Jahre nach der Veröffentlichung sprechen Mit-Verfasser Hannah-Mareen Zühlke und Dr. Marcus Schüller über die zwei Szenarien, die sich am Markt durchsetzen. Es sind ausgerechnet die beiden Szenarien, die dem Einkauf für die Zukunft nur die Wahl zwischen Hop oder Top lassen: Entweder, der Einkäufer wird von Algorithmen verdrängt oder er wird zur kreativen Triebfeder mit Vernetzungsauftrag.

    Zukunft ohne Einkauf?:

    • In einer Studie von 2016 wurden 4 mögliche Szenarien für den Einkauf der Zukunft gezeichnet
    • Zwei davon setzen sich am Markt durch - eines ist das Kreativszenario
    • Was das für Einkäufer bedeutet, erzählt Mitverfasser Dr. Schüller im Interview

    Die vier Zukunftsszenarien im Einkauf in Kürze:

    1. Einkaufsfunktion ist abgeschafft Im ersten Szenario hat der Mensch nicht mehr viel zu melden. KI übernimmt den Job der Einkäufer in einem durchweg vernetzten Unternehmen, regelt die operative Beschaffung und bereitet strategische Partnerschaften auf Grundlage von Daten vor. Menschen überwachen und steuern lediglich die reibungslosen Abläufe in der datengetriebenen Umgebung.

    2. Einkauf ist das zentrale Machtorgan im Unternehmen Das zweite Szenario beschreibt den Einkauf als Drehkreuz aller wichtigen Entscheidungen im Unternehmen. Es hat sich bisher am Markt nicht als die vorherrschende Zukunft des Einkaufs herausgestellt. Algorithmen sind Helfer und zum Teil gleichberechtigt an Entscheidungen beteiligt. Innovationen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg kommen vornehmlich von Einkäufern. Wer CEO werden will, muss im Einkauf starten.

    3. Einkauf wird eingekauft Einkäufer sind Freiberufler, die von Projektmanagern und aufgabenbezogen temporär in ein Team geholt werden. Einkäufer kaufen Services, Dienstleistungen und Produkte. Sie werden an Einsparungen gemessen. Innovationen und kreatives Denken bleiben aber den Projektleitern überlassen.

    4. Einkauf als Kreativagentur Die Procurement-Abteilung ist zur Agentur für Geschäftsmodellentwicklung, Trendmanagement und selbst zum Kreativdienstleister geworden. Einkäufer haben ein umfassendes Wissen zu Produkten und Abläufen im Unternehmen und kennen die Lieferanten sehr gut, um an gemeinsamen Innovationen zu tüfteln. Der Einkauf erfindet sich neu und erarbeitet kreative, innovative Lösungen in der Art, wie es eine In-House-Agentur tun würde.

    Zwei der Verfasser der Studie, Dr. Marcus Schüller und Hannah-Mareen Zühlke, sprachen auf dem 7. Mercateo Executive Summit über die Entwicklungen in der Einkaufslandschaft seither. Zühlke betonte, dass Einkaufsabteilungen in der Regel nicht strikt einen der vier Wege einschlagen, sondern üblicherweise immer Aspekte aller vier Szenarien aufkommen, aber meist ein Szenario die Entwicklung dominiert. Trend am Markt sei laut Schüller und Zühlke der Fokus auf Effizienz und Automatisierung (Szenario 1) und die Neugestaltung des gesamten Einkaufssilos mit innovativen Ansätzen (Szenario 4). Die Grautöne dazwischen bleiben Grautöne. Ganz oder gar nicht, scheint das Credo der Unternehmen zu sein.

    “Wir werden mit KI zusammenarbeiten”

    Zwei Konstanten ziehen sich allerdings durch alle der möglichen Zukunftsszenarien: die Digitalisierung und das Hinterfragen der eigenen Rolle im Unternehmen. Dr. Schüller ist sicher, „wir werden mit KI zusammenarbeiten“. Bereits jetzt ist auch deutlich, dass sich der Einkauf fragen lassen muss, was er zum Unternehmenserfolg beiträgt, was er einbringt und tut. „Kosten senken, Service leisten und Qualität aufrecht erhalten sind dann typische Antworten – und diese Aufgaben fallen auch nicht weg“, so Schüller.

    Zusätzlich kommen aber noch viele Anforderungen dazu, die nicht mehr viel mit Bestellungen und Bedarfslösungen zu tun haben, sondern eher auf Kooperation, Vernetzung und Lieferantenbeziehungen abzielen. Aktuell, so Schüller, arbeiten Einkaufsabteilungen in Unternehmen jeder Größe zu 70 bis 80 Prozent operativ, sie bestellen, leiten weiter, etc. Diese Arbeit findet sich in der Form nur im dritten Zukunftsszenario wieder, das von Unternehmen erwiesenermaßen nicht favorisiert wird.

    Wer schreibt hier?

    Julia Rau Autorin

    Mein Name ist Julia Rau und ich arbeite als Redakteurin bei Mercateo. Als ausgebildete Journalistin habe ich mehrere Jahre für Tageszeitungen die Nase in alles Mögliche gesteckt und u.a. eine Serie über Digitalisierung geschrieben. Meine unerschöpfliche Neugier treibt mich immer wieder zu all jenen Themen, denen die Bundesregierung ein „4.0“ in den Titel gehängt hat.

    Julia Melissa Rau

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